Neues aus der Cloud: News November 2020

Die anhaltende globale Pandemie hat in diesem Jahr bisher maßgeblich zum Wachstum der Cloud-Service-Branche beigetragen. In einer Zeit vieler Einschränkungen, konnten mit Hilfe der Cloud viele Services dennoch ermöglicht werden.

Auch im vergangenen Monat hat es hierzu wieder einige Ankündigungen gegeben, es wurden neue Dienste eingeführt und virtuell große Veranstaltungen abgehalten. Was alles genau passiert ist, findest Du hier wie immer in Kürze.

1. Viel Neues bei der Alibaba Cloud

Auch in diesem Jahr hat Alibaba auf seiner jährlichen Veranstaltung Apsara wichtige Ankündigungen gemacht. So tritt man mit der Alibaba Cloud 2.0 in die nächste Phase der Alibaba Cloud ein, was unter anderem auch die wichtigste Ankündigung dieser Veranstaltung war.

Die 12. Ausgabe der Apsara-Konferenz fand in Hangzhou (China) statt und wurde unter dem Motto “Sprung in die Zukunft der digitalen Intelligenz” abgehalten. Sämtliche Ankündigungen von Cloud-Diensten wurden von Jeff Zhang, dem CTO von Alibaba Cloud, während einer Keynote-Ansprache gemacht.

Einer der wichtigsten Teile von Alibaba Cloud 2.0 ist die Einführung eines neuen Betriebssystems für Cloud Computing, das als Digital Native Operating System bezeichnet wird. Der Start von Wuying, welcher vom Unternehmen selbst als erster Cloud Computer bezeichnet wird, ist eine weitere interessante Ankündigung.

2. Microsoft kündigt “Azure for Operators” an

Azure for Operators

Der in Redmond ansässige Tech-Riese definiert die Initiative “Azure for Operators” als ein neues Kapitel in der engen Zusammenarbeit mit der Telekommunikationsbranche. Aus diesem Grund wurden die Partnerschaften mit großen Telekommunikationsanbietern verdoppelt. Im Rahmen von Azure Operators wird Microsoft mit diesen Anbietern zusammenarbeiten, um eine Cloud für Netzbetreiber bereitzustellen.

Microsoft hat erst kürzlich auch die Cloud-nativen Netzwerkunternehmen Affirmed Networks und Metaswitch übernommen und gibt an, dass Azure for Operators Netzbetreibern dabei helfen wird, deren 5G-Dienste in großem Maßstab einzuführen. Carrier sollen dann, mithilfe von Azure Diensten, zu einem flexibleren und skalierbareren Modell wachsen. Es sollen die Kosten der Infrastruktur gesenkt und KI & maschinelles Lernen (ML) verwendet werden, um Vorgänge zu automatisieren und eine Differenzierung der Dienste zu erreichen.

Microsoft wird im Zuge dessen auch Technologien wie softwaredefinierte Netzwerke und service-basierte Architekturen anbieten, um Netzbetreibern bei der Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur und ihres Betriebs zu helfen.

3. Google verkündet allgemeine Verfügbarkeit neuer Funktionen

Google gab kürzlich die allgemeine Verfügbarkeit seiner AI Plattform Prediction bekannt. Mit dem neuen Service sollen Unternehmen ML-Modelle (Machine Learning) in der Cloud erstellen, ausführen und gemeinsam nutzen können.

Mit Prediction können Benutzer eine maschinelle Lernumgebung über von Google Kubernetes Engine (GKE) verwaltete Dienste erstellen, sodass keine ML-Umgebung für die Produktion eingerichtet werden muss. Die Plattform war bereits mit herkömmlichen Funktionen wie automatischer Skalierung, Zugriffsprotokollen und Anforderungs- / Antwortprotokollierung ausgestattet und erhielt mehrere Updates.

Google hat außerdem neue Endpunkte in drei Regionen eingeführt: US-Zentral1, Europa-West4 und Asien-Ost1. Darüber hinaus hat Google eine Funktion hinzugefügt, die Modelle für maschinelles Lernen isolieren. Dies soll eine bessere Sichtbarkeit gewährleisten, indem diese von den Cloud-Umgebungen anderer Unternehmen getrennt werden.

Eine weitere neue Funktion von Predicion ist Resource Metrics. Administratoren können die Auslastung der Cloud-Infrastruktur der Modelle über die Überwachungstools Cloud Console und Stackdriver von Google anzeigen. Dies soll Organisationen dabei helfen, Ressourcen optimal zu nutzen.

4. Ignite 2020: Microsoft startet neue Dienste, Verfügbarkeitszonen & Azure Marketplace

Bei der virtuellen Microsoft-Veranstallung Ignite 2020 kündigte der Software-Riese zusätzliche Verfügbarkeitszonen in Zentral-Kanada und Ost-Australien an. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der für die Verfügbarkeitszone aktivierten Regionen von Microsoft auf inzwischen 14.

Microsoft hat außerdem den Azure Resource Mover vorgestellt, mit dem Benutzer die Migration verwalten und mehrere Azure-Ressourcen zwischen Regionen verschieben können. Damit sollen bestimmte Anforderungen an die Datenresistenz erfüllt werden können. Der Service ist in der öffentlichen Vorschau verfügbar und soll Kunden eine Lösung für die Datenmigration bieten.

Neben neuen Verfügbarkeitszonen und dem Azure Resource Mover hat Microsoft zwei weitere Ankündigungen gemacht. Die erste ist die Notfallwiederherstellung von Zone zu Zone, die die VM-Replikation zwischen den Zonen und innerhalb derselben Region ermöglicht. Das andere ist Azure Orbital, das Satellitenbetreibern eine Plattform bietet, um mit ihren Satelliten zu kommunizieren und Daten zu verarbeiten.

Darüber hinaus hat Microsoft auf Ignite seinen privaten Azure Marketplace-Dienst vorgestellt. Es ist eine neue Funktion des aktuellen Microsoft Azure Marketplace und wird mit Computer-, Netzwerk-, Sicherheits-, KI- und IoT-Anwendungen geliefert.

5. Google Cloud erweitert Verfügbarkeit von VMware Engine auf Europa, Amerika und APAC

Google gab erst kürzlich bekannt, dass seine Google Cloud VMware Engine jetzt in ganz Amerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum verfügbar ist. Die allgemeine Verfügbarkeit von Cloud VMware Engine wurde erst vor wenigen Monaten angekündigt. Nun wurde sie auf den meisten Kontinenten zusammen mit der Expansion nach Europa-West3 (Frankfurt), Europa-West2 (London) und Nordost-Asien1 (Tokyo) verfügbar gemacht.

Mit der VMware Engine von Google können Nutzer ihre lokalen Workloads nahtlos in die Cloud migrieren, ohne den Workflow zu beeinträchtigen. Eine weltweite Präsenz stellt außerdem sicher, dass Benutzer ohne VPN-Optionen über viele Regionen hinweg kommunizieren können.

6. Forrester bewertet Cloud Anbieter in Australien und Neuseeland

IT-Infrastruktur

Die Forrester-Wave-Research hat die besten Anbieter öffentlicher Clouds auf dem ANZ-Markt ermittelt, wobei der Schwerpunkt auf PaaS und IaaS liegt. Alibaba, Amazon Web Services (AWS), Google, IBM, Microsoft, Oracle und Tencent sind auf dem ANZ-Markt die sieben führenden Anbieter in der Studie von Forrester.

Forrester-Wave-Research: Umfasst Public Cloud-Entwicklungs- und Infrastruktur-Plattformen in Australien/Neuseeland; erfasst für das dritte Quartal 2020 die Trends für diesen einzigartigen Markt.

Die Studie besagt, dass der ANZ-Markt deshalb einzigartig ist, da er einen Querschnitt des nordamerikanischen und chinesischen Marktes darstellt. Der Bericht verwendet insgesamt 39 Kriterien, um die Cloud-Anbieter zu analysieren. Google belegte dabei mit insgesamt 21 Punkten den ersten Platz. Dies erweist sich insofern von erheblicher Bedeutung, da der ANZ-Markt die Cloud in großem Umfang nutzen möchte und Google eine globale Expansion anstrebt.

7. Red Hat Marketplace ab sofort allgemein verfügbar

Red Hat und IBM haben kürzlich die allgemeine Verfügbarkeit des Red Hat Marketplace angekündigt. Der neue Start ist für Unternehmen die Hybrid Cloud verwenden von immenser Bedeutung, da er einen strukturierten Marktplatz für Unternehmensanwendungen bietet. Der Red Hat Marketplace wird als One-Stop-Shop-Erlebnis positioniert, mit dem Benutzer Unternehmensanwendungen für hybride Cloud-Umgebungen erkunden, kaufen, ausprobieren und sogar bereitstellen können.

Die Anwendungen auf dem Marketplace werden unter OpenShift wie ein Cloud-Dienst ausgeführt, da diese auf dem Kubernetes Operator Framework basieren. Auf diese Weise können die Anwendungen über Funktionen wie automatisierte Installation und Aktualisierung, Sicherung, Failover und Wiederherstellung verfügen. Derzeit sind auf dem Marktplatz über 50 Anwendungen vorhanden, die in 12 Kategorien unterteilt sind. Darunter Überwachung, Sicherheit, Speicherung und Big Data.

Red Hat gab außerdem an, dass für jede auf dem Marktplatz gekaufte Anwendung deren Messung standardmäßig aktiviert ist. Auf diese Weise können Unternehmen den Verbrauch und die Ausgaben von Ressourcen genau verfolgen.